GANZ SCHÖN PREUßISCH

Fast schon außergewöhnlich ist es, dass wir ohne ‚Abwettern‘-Pause weiterfahren können. Heute hat’s mal geklappt. Zur Schlossinsel der pommerschen Kleinstadt Wolgast im Peenestrom sind es nur ca. 10 km – ein Katzensprung.
Von der ehemaligen ‚Herzogstadt‘ im Mittelalter mit Burg und Schloss auf der Insel ist allerdings nichts mehr zu sehen, alles zerstört oder niedergebrannt.

Ein letztes Relikt aber haben wir in der Marina Schlosshafen Wolgast gefunden: wohl der letzte Preuße Pommerns hat hier als Hafenmeister überlebt. Üblicherweise wird jeder Törn – egal wie kurz – mit einem ‚Stegbier‘ begossen, nachdem wir sicher liegen. Dann irgendwann, bevor wir das Boot verlassen, suchen wir den Hafenmeister auf, um zu löhnen. Hier jedoch kurz nach unserer Zeremonie ein unüberhörbares Klopfen am Bug: der Hafenmeister. Warum wir uns nicht sofort angemeldet hätten?! Nach ein paar lockeren Pfälzer Sprüchen wird er dann aber doch noch richtig sympathisch:) – geht doch!

Wolgast wird auch das ‚Tor zur Insel Usedom‘ bezeichnet – über die blaue Peenebrücke kriecht eine nicht mehr enden wollende Blechlawine. Nur 5 x am Tag öffnet sich die Brücke, dann strömen Dutzende von Seglern durch.

Schlosshafen Wolgast
Und wer ist das?

NEIN lieber J. aus M., es ist nicht der Hafenmeister, es ist der Apotheker Friedrich Theodor Marsson. Er ist eine historische Persönlichkeit der Stadt (liebe Kolleginnen, ihr kennt ihn nicht?) Er hat doch die Monographie „Die Bryozoen der weissen Schreibkreide der Insel Rügen“ (1887) verfasst! 😎

Panoramablick von der St. Petri-Kirche in Wolgast, 184 Stufen!
doch noch ein paar historische Bauten am Rathausplatz

Und dann wieder im Schweinsgalopp zurück zum Hafen, das nächste Gewitter naht!

schnell noch den Wäschetrockner leeren