BOMBEN-STIMMUNG IN LOHALS

Von einer Insel zur nächsten – von Fünen nach Langeland – von Lundeborg Havn nach Lohals Havn (einem ehemaligen Piratenhafen) … so ist die Navigation für heute geplant.

2 sm vor Erreichen des Hafens an der Nordspitze Langelands ertönt plötzlich die Sirene eines Polizeischnellbootes mit Blaulicht an unserer Backbordseite.

Ups … Ausweiskontrolle? (haben wir ja schon ewig lange nicht mehr erlebt) … Geschwindigkeitsverstoß? (im Storebælt gibt es keine Begrenzung) … 🤔

Schnell erfahren wir von den beiden netten Politi, dass eine Einfahrt in den Hafen Lohals auf unbestimmte Zeit nicht möglich ist. Den Grund haben wir jedoch nicht erfahren.

Also ändern wir kurzfristig die Route. Zum Glück hat mein Lieblingsnavigator – gewissenhaft wie er ist – immer einen Ersatzhafen in petto vorgeplant, für den Fall der Fälle …

Also wird der Hafen von Dageløkke unser heutiges Ziel, Lohals Havn werden wir gleich heute Mittag auf 2 x 2 Rädern erradeln.

Die Ansteuerung erfolgt über eine betonnte Passage zwischen dem „Snøde-Rev“ und „Eggeløkke Rev“ durch eine nur wenige Meter breite aber auf 2 Meter Tiefe ausgebaggerte Hafeneinfahrt.

Zu unserem Erstaunen ist der kleine, erst 2023 wieder eröffnete private Yachthafen nahezu leer, was für ein Unterschied zu Lundeborg! Und das in der Hochsaison … auch am Abend gibt’s noch genügend freie Boxen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Dieser Hafen auf der Westseite von Langeland überrascht uns mit einer neuen Steganlage, zahlreichen riesigen Fröschen auf den Kaimauern und einer architektonisch gelungenen gemütlichen Tapas- und Weinbar “Kork & Godt” in moderner Holzoptik, dazu noch ein grandioses WLAN 😀 – was wollen wir mehr?

Danke Thorsten für den ‘Geheimtipp’ … Dageløkke ist wirklich einen Besuch wert!

Vom Bug aus haben wir eine wundervolle Aussicht über das Fahrwasser zwischen Fünen und Langeland und freuen uns bereits jetzt über einen prächtigen Sonnenuntergang heute Abend.

Und dann rauf auf’s Rad, ab nach Lohals … warum durften wir heute Morgen nicht in den Hafen?

Auf einsamen Nebenstraßen radeln wir die für Langeland bekannten “Huthügel” auf und ab und genießen die prächtige Landschaft.

Großaufgebot der Polizei im Ort Lohals, zahlreiche Reporterteams, Ambulanz und Feuerwehr mit Martinshorn kommen uns entgegen, ein Hubschrauber kreist über uns.

Da muss was Großes geschehen sein.

Noch flattern die rotweißen Absperrbänder im Hafenbereich, wir dürfen jedoch schon passieren. Kurz später erfolgt eine offizielle Entwarnung!

Ein 58-Jähriger hat bereits um 6:45 Uhr gedroht, einen Sprengsatz auf seinem Boot im Fischereihafen hochgehen zu lassen. Daraufhin wurden Anwohner und der Hafen evakuiert.

Ob tatsächlich ein Sprengstoffsatz gefunden wurde, ist jedoch nicht bekannt. Zum Glück ging alles gut aus, der Mann hatte sich nach langen Verhandlungen ergeben.

Und immer wieder wird unser priviligiertes Leben als “Zeitmillionäre” ohne jegliche berufliche oder familiäre Verpflichtungen von unseren Bootsnachbarn bewundert.

Wir sind so dankbar dafür!