LET’S BOAT GÖTEBORG

“Leinen Los, Matrose“ ertönt es um 8:40 Uhr, wir verlassen die königliche Marina Långedrag mit Kurs GöteborgCity.

Den „Karlatornet“ (ähnlich dem Turning Torso in Malmö), das höchste Gebäude Skandinaviens und eines der höchsten Wohngebäude Europas (247m), sieht man schon von Weitem. Leider ist die Aussichtsplattform noch nicht eröffnet … schade!

Die Firma ‚Thomas Betong‘ („Hallo Peter, dieses Bauprojekt hast du uns wohl verheimlicht 🤔“) war für das stabile Fundament auf den anspruchsvollen Bodenverhältnissen verantwortlich.

Heute erwartet uns mal gemütliches Schippern in Verdrängerfahrt auf dem Göta älv – der Fluss, der den riesigen See Vänern mit dem Kattegat verbindet.

Ob wir den Göta-Kanal – auch ‚Scheidungskanal‘ (58 Schleusen🤔, 50 Brücken)- vielleicht nächstes Jahr mal durchfahren, werden wir noch diskutieren … mein Captain und ich … nach über 40 Jahren glücklicher Ehe?

Unsere entspannte Fahrt im ruhigen Binnengewässer – kein Seegang, kaum Welle – eine ‚Servierschürzchen-Tour‘ macht auch mal wieder Spaß.

(Zur Erinnerung: Während der Fahrt ein Käffchen für den Captain mit dem Inverter, dafür krame ich mein Schürzchen hervor 🤣.)

Die Großstadt rückt näher, die Fassaden werden höher, und plötzlich sind wir mittendrin im Herzen Göteborgs.

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Im Sportboothafen Lilla Bommen ist ja mal richtig was los … aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil dessen, was hier in der Hauptsaison abgeht.

Bei Sonnenschein (anscheinend egal wie niedrig die Temperatur draußen ist) blühen die Skandinavier richtig auf … bauchfrei, schulterfrei, kurze Hosen und Röckchen … und es wird überall gefeiert.

Dazu Hafenkino auf dem Wasser – direkt an unserem Heck: Fähren und Ausflugsboote legen an und ab, gefühlt im Viertelstundentakt. Ein ‚Partyboot’ mit laut dröhnender Musik kehrt zurück … es gibt ständig was zu gucken.

Diese Älvsnabben-Fähren z.B. verkehren regelmäßig zwischen den Ufern des Göta älv.

Nach dem Festmachen kommen wir mit unseren schwedischen Stegnachbarn ins Gespräch (Pelle und Ulrika), die uns in perfektem Deutsch wertvolle Hafentipps für die westschwedischen Schäreninseln geben und sich gleich zu Beginn für das im Moment so schlechte schwedische Wetter entschuldigen 😊. Immer wieder begeistern uns solch nette Bekanntschaften.

Heute haben wir nichts Besonderes geplant: Chillen, Schlaf nachholen. Das war auch bitter nötig, denn letzte Nacht meldete sich der Wassersensor in der Bilge 3-mal mit einem durchdringenden Piiieeep! – Adrenalinschub, schlaftrunken Wasser aufsaugen, weiterschlafen bis zum nächsten Piiieeep😬.

Erst am Morgen dann die Erleuchtung: Das Überdruckventil unseres Boilers hatte beschlossen, einen alternativen Fluchtweg fürs Wasser zu suchen – direkt in die Bilge. Problem erkannt, Problem gebannt. Hoffentlich war‘s das jetzt!

Abends fühlen wir uns hier im Hafen wie auf einem Rummelplatz – laute Musik um uns herum, unzählige Menschen am Kai, ganz Göteborg scheint Samstag abends auf den Füßen zu sein! Was für ein Kontrast zu unseren vorherigen ruhigen Häfen 🤭 … Großstadt eben … wir genießen‘s.

Abendstimmung im 360° Modus … ↕️↔️

So wie‘s aussieht bleiben wir noch ein paar Tage im City-Hafen von Göteborg.

Eine Schlechtwetterfront mit heftigem Wind bremst uns mal wieder aus, und im Landesinneren sind wir sicher vertäut und können abwettern. Nur ein paar hundert Meter entfernt liegt ein großes Einkaufszentrum mit Restaurants, zig Geschäften und Lebensmittelgeschäften … uns geht‘s gut!

Und auch hier sind wir wieder in bester Gesellschaft: Mit unseren Seglerfreunden Sandra und Volker verbringen wir fröhliche Abende, bei denen das kalte, nasse skandinavische Wetter schnell zur Nebensache wird. Und wenn die beiden himmlische Desserts, wie cremigen Milchreis und knusprigen Apple Crunch hervorzaubern, ist uns das Schietwetter komplett egal.

Und die westschwedischen Schären?

Die müssen sich halt noch ein bisschen gedulden …