MALERISCHES NYORD

Kurz vor dem Auslaufen in Præstø erleben wir erst einmal eine unliebsame Überraschung: Unser gestern noch blitzblank geputztes Deck ist über und über mit Millionen kleiner ‘Zuckmücken’ bedeckt. Für das Ökosystem des Præstø Fjords sind sie zwar von unschätzbarem Wert – als Nahrung für Fische und Vögel – … doch warum haben sie sich ausgerechnet unsere Allure als nächtlichen Landeplatz aussuchen müssen 🤭.

Also heißt es vor dem Ablegen: 

Boot schrubben – die Zweite!

Dann geht’s endlich los. Wir verlassen den idyllischen Præstø Fjord, fahren zurück über die Faxe Bugt und steuern den Bøgestrøm an. Die badenden Kühe der letzten Tage lassen sich heute allerdings nicht blicken … kurz vor neun Uhr wahrscheinlich noch zu früh.

Das schmale Fahrwasser im Bøgestrøm verlangt volle Aufmerksamkeit. Zwischen Tonnen und Untiefen ist konzentriertes Slalomfahren angesagt, während an Steuerbord noch einmal die Küste Seelands vorbeizieht, die wir gestern mit dem Fahrrad erkundet haben.

Im winzigen Hafen von Nyord sind wir überrascht: Entgegen aller Erwartungen sind noch mehrere Boxen frei. Das nutzen wir sofort aus … Leinen fest, Kaffeemaschine an und erst einmal in aller Ruhe frühstücken.

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Mehr Informationen
Über den Bøgestrøm nach Nyord
(Zum Anschauen “Video entsperren” anklicken)

Viel Zeit braucht man nicht, um das kleine Dorf zu erkunden. Kaum zu glauben: Auf der ganzen Insel Nyord leben heute nur noch rund 35 Einwohner. Mittelpunkt des Ortes ist die Nyord Kirke, die so gar nicht in das Bild einer klassischen Dorfkirche passt. Statt eines langgestreckten Kirchenschiffs steht hier ein achteckiger Bau, der 1846 auf felsigem Untergrund errichtet wurde.

Nur wenige Schritte vom Hafen entfernt steht das alte Lotsenhaus, das an die Zeit erinnert, als Nyord eine der wichtigsten Lotsenstationen Dänemarks war.

Das kleine Lotsenaussichtshaus wurde um 1883 errichtet. Von hier hielten die Lotsen mit Fernrohren Ausschau nach Segelschiffen, die durch die engen und flachen Fahrwasser zwischen Seeland und Møn geführt werden mussten.

Direkt an der Hafeneinfahrt liegt ein weiteres Stück lebendige Inselgeschichte: das historische Postboot Røret.

Es wurde bereits 1902 gebaut und war über viele Jahrzehnte die Lebensader Nyords. Damals gab es noch keinen Damm zur Insel. Menschen, Post, Lebensmittel und andere Waren gelangten ausschließlich mit dem Boot nach Nyord oder von dort aufs Festland.

Und erneut verabschiedet sich ein wunderschöner Tag: