MARSTRAND IM WECHSELBAD

Mittlerweile sind wir wettertechnisch bestens gerüstet – für Sonne, Regen, Sturm und was das skandinavische Tief sonst noch so aus dem Hut zaubert.
Da kann uns selbst der nordische Wettergott nicht mehr aus der Ruhe bringen. Und wenn Wind und Welle mal wieder meinen, den wilden Wikinger rauszulassen – na dann bleiben wir eben ganz entspannt im Hafen.

Morgens ein Idyll, nachmittags ein Sturmrevier. 


Vormittags blies es zwar schon ordentlich, jedoch die Sonne schien, die engen Gassen mit ihren farbigen Holzhäusern luden zum Bummeln ein – Postkartenidylle.


Gegen Mittag zog eine massive, dunkle Wolkenwand auf. Regen, waagerecht. Innerhalb von Minuten wechselte die Szene von Postkarte zu Weltuntergang.

Wir hatten zum Glück vorgebaut. Unsere Allure mit sieben Leinen sicher vertäut im immer noch leeren Hafen – obwohl ein langes Pfingstwochenende bevorsteht. Auch die sturmerprobten Schweden verzichten wohl lieber auf unruhige Nächte in den Kojen und feiern zuhause.

Der Wind drehte ständig im Laufe des Tages und pfiff unaufhörlich über den Hafen. Bei jeder Böe tickte unsere Allure in die Festmacher. 

Nach dem Regenguss:

Abends sitzen wir in der Plicht,

unser Schweizer Würfel gibt sein Bestes und

wir hören dem Heulen des Windes zu.

Wir vermissen unsere gemütlichen abendlichen Runden mit Sandra und Volker!

Und wir harren aus, bis sich ein erneutes Zeitfenster zum Hafenwechsel abzeichnet.

Der Wettergott hat das Kommando übernommen. Seit Wochen dominiert ein kräftiges Tief die westschwedischen Schären. Es brachte gestern Abend – am Nationalfeiertag der Schweden – bis zu 9 bft draußen im Skagerrak und Wellen nahe an die 3 m.

Eine unruhige Nacht war vorprogrammiert …

Unser großes Glück als “Zeitmillionäre”: Wir sitzen das Wetter einfach aus.

Ein Ende des Tiefs ist so langsam in Sicht, dann bekommen wir vielleicht ja mal endlich Grillwetter?

Bis dahin heißt es: Tee kochen und Wetterberichte studieren.

Marstrand genießen – ist ja auch bei Sturm ein besonderer Ort.