NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN

Lena reist ab und das Sturmtief ‚Ingraban‘ übernimmt die Regie im Norden des Landes. Bis zum Nachmittag soll es sich ostwärts ausbreiten, merklich kühler werden und schauerartig regnen. Also planen wir gleich nach Lenas Abreise zu starten, raus auf die Kieler Förde, in den Wind … damit wir bald in Heiligenhafen sind. Entfernung ca. 80km.

sieht doch gar nicht so übel aus –
am Dienstag

Nicht nur das Wetter erschwert unseren Törn, auch die Schießübungs-Zielgebiete ‚TODENDORF‘ und ‚PUTLOS‘ in der Hohwachter Bucht zwingen uns zu einem weiten Schlag um die äußeren Gefahrenbereiche. Wir müssen über die offene See!

Die Bundeswehr veranstaltet zur Zeit in der Hohwachter Bucht von Land aus Schießübungen mit dem Flugabwehrwaffensystem ‚Mantis‘ täglich von 4 – 17 Uhr. Also striktes Befahrensverbot des Bereichs. Wir wählen einen Kurs nahe an den gelben Gefahrentonnen mit gelbem Kreuz und werden umgehend von der patrouillierenden Küstenwache verscheucht. Abstand halten!

unser geplanter Kurs von Kiel nach Heiligenhafen

Unsere Gleitfahrt wird immer holpriger, die kurzen steilen Wellen werden richtig unangenehm, die Gischt spritzt über den Bug … ich (Conny) zeige Nerven und wir haben erst 1/4 unserer Strecke zurückgelegt! Ein Stein fällt mir vom Herzen, als mein Traumschiff – Captain heute keinen 12Uhr Kaffee wünscht, sondern die Kursänderung beschließt: zurück nach Laboe.

Es macht einfach keinen Spaß, gegen den Wind und gegen die Wellen zu kämpfen und das auch noch über eine 80 km lange Strecke. Es wird einen weiteren Versuch geben, vielleicht am Freitag, Samstag …

Fotos gibt’s KEINE – sind alle verwackelt 😀

Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslicher Sorgen und dass man sich durch keine widrigen Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lasse.

(Adolf Freiherr von Knigge – 1752-1796)